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Adernetz der Brandenburgischen Landschaften

Wie ein pulsierendes Adernetz durchziehen die fließenden Gewässer (Flüsse, Bäche), mitunter zu Seen erweitert (z.B. die Havel von Hennigsdorf bis Brandenburg; die Uecker, die Dahme und die Spree in verschiedenen Abschnitten), die brandenburgischen Landschaften. Sie speichern und transportieren den lebenswichtigen Naturschatz und regulieren gleichzeitig den Grundwasserstand ihrer benachbarten Regionen. Viele von ihnen werden auch als Verkehrswege genutzt.

Ergänzt wird das natürliche Wassernetz durch zahlreiche Meliorationskanäle (z.B. im Oderbruch, im Spreewald, im Havel- und Rhinluch) und die Schifffahrtskanäle (z.B. Oder-Havel – Kanal, Oder-Spree – Kanal, Havel – Kanal, Sakrow-Paretzer Kanal, Notte - Kanal) als künstliche Wasserstraßen.

Ein Großteil der fließenden Gewässer des Bundeslandes Brandenburg, die häufig auch Zu- und Abflüsse von Seen darstellen, streben von den beiden Landrücken im Norden und Süden des Landes in das zentrale Niederungs- und Plattenland, also in das Landesinnere. Der überwiegende Teil davon wird von den Sammeladern Havel und Spree aufgenommen und ihr Wasser in die Elbe überführt. Die Hauptlast trägt dabei die Havel, die in Berlin-Spandau ihre große „ Schwester “ Spree aufnimmt. Der Berlin – Potsdamer Raum, die geografische Mitte des Landes Brandenburg, ist somit Kreuzungs- und Sammelpunkt der meisten Fließgewässer Brandenburgs. Einige westprignitzer Gewässer (z.B. Stepenitz und Löcknitz) münden direkt in die Elbe.

Das „ Land zwischen Elbe und Oder “ gehört somit fast ausschließlich zum Stromgebiet der Elbe, während der östliche Grenzstrom mit seinem Nachbarfluß, der Lausitzer Neiße, außer Uecker, Randow, Welse und Stobber keine weiteren nennenswerten Gewässer aufnimmt. Auch die Schwarze Elster, in die einige Bäche der Niederlausitz (z.B. Kleine Elster und Kremitz) fließen, mündet in die Elbe.

Die Havel ist mit 259,0 km Länge innerhalb Brandenburgs der symbolische „märkische Fluß“ ; sie entspringt in der Neustrelitzer Kleinseenplatte und hat eine Gesamtlänge von 343 km. Auch die Spree mit einer Gesamtlänge von 382 km hat ihre Quelle in einem benachbarten Bundesland, im Lausitzer Bergland des Freistaates Sachsen, und legt 280 km davon in Brandenburg zurück. Der längste „einheimische“ Fluß ist mit 117 km der Rhin, der durch zahlreiche Seen der Rheinsberger Seenplatte gespeist wird und seinen Weg durch die Ruppiner Schweiz, den Ruppiner See und - weitgehend aus Meliorationsgründen kanalisiert – durch das moorreiche (Rhin-)Luch nimmt.

Literatur und Quellen

BREETZ, E.: Lehrerband zum Heimatatlas Brandenburg. Berlin 1999. ISBN 3-06-042302-4.

BREETZ, E. /KRAKAU, W.: Schulwandkarte „Bezirk Potsdam - Oberflächengestalt“ 1:175.000. Zweite Ausgabe, Potsdam/Gotha 1981.

BREETZ, E. /VIEHRIG, J.: Schülerhandkarte „Land Brandenburg“ 1:600.000. Berlin 1994 (2. Auflage).  ISBN 3-06-100342-8.

 

Abbildung: Ausschnitt aus SCHÜLERHANDKARTE "Land Brandenburg", Volk und Wissen GmbH, Berlin 1994 - 2. aktualisierte Aufl.. (Mitarbeit: E.Breetz).

 

Siehe auch

Seenreiches Bundesland Brandenburg
Liste der Gewässer in Brandenburg