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Berliner Region – brandenburgische Landschaft?

Berliner Landschafts-Spezifik

Berlin OberflächengestaltDie verwaltungspolitische Einheit der deutschen Bundeshauptstadt, der Stadtstaat „Land Berlin“, liegt etwa in der Mitte der brandenburgischen Landschaft und ist damit rings umgeben von Regionen des Flächenstaates „Land Brandenburg“. Der Stadtstaat Berlin mit einer Fläche von 892 km²  (2012)  ist in die Landschaftsgestaltung des heutigen Landes Brandenburg eingebettet, befindet sich in der brandenburgischen Großlandschaft „Märkisches Niederungs- und Plattenland“. In dieser Großlandschaft können u.a. vier Hauptlandschaften für den Berliner Stadtbereich unterschieden werden: Warschau-Berliner Urstromtal, Barnim-Plateau, Teltower Platte und Dallgow-Döberitzer Hochfläche.

Gemäß dieser geomorphologischen Gliederung ergibt sich, dass das heutige Stadtgebiet Berlins (2012) landschaftlich keineswegs eintönig wirkt und nicht eine tischebene Reliefoberfläche bildet. Die Stadt hat eine Reliefspanne von ca. 85 m aufzuweisen, die von den Niederungen des Urstromtals (ca. 32 m ü.NN) bis zu Erhebungen der Platten reicht. Die höchste natürliche Erhebung repräsentiert jedoch das die Urstromtalniederung als Staumoränenkette durchragende Hügelland der Müggelberge (115 m ü.NN). Als absolut höchster Reliefpunkt gilt mit 120 m ü.NN ein ehemaliger Trümmerberg des 2. Weltkrieges (vorwiegend Trümmer von Luftangriffen und von terrestrischen Kampfhandlungen), der Teufelsberg im nördlichen  Grunewald. Die höchste natürliche Erhebung im westlichen Berlin ist der Schäferberg mit 103 m ü.NN auf der "Großinsel" Wannsee, gefolgt vom Havelberg (97 m ü.NN) im Grunewald.

Vielfältige Bebauung sowie mehrere begrünte Müllhalden und Trümmerberge verwischen die natürliche Reliefoberfläche der Großstadt.

Ein Mosaik von naturnahen Landschaften (Seengebiete, Flußniederungen, Wälder, Park- und Gartenanlagen) und bebauten Flächen (Wohnviertel, Verwaltungskomplexe, Verkehrsanlagen und Industrieflächen etc.) bietet das Territorium von Berlin, so dass die Millionenstadt (ca. 3,5 Mill. Ew.) einen bunten Flächenteppich offeriert. Besonders die ca. 60 Seen (Gr. Müggelsee, Gr. Wannsee und Tegeler See sind die bedeutendsten), die Flüsse (vor allem Spree, Havel und Dahme) und Kanäle (z.B. Hohenzollernkanal, Teltowkanal und Landwehrkanal) sowie Wälder und Parkanlagen geben der Region Berlin ein besonderes Gepräge. Die deutsche Hauptstadt ist bis zu einem Flächendrittel (anthropogen beeinflusste) Naturlandschaft.

Der Kern des heutigen, vom Fluß Spree (mit mehreren Stadthafenanlagen) fast diagonal durchzogenen Berlins entwickelte sich an einer schmalen Stelle des Urstromtals. Die sich dort entfaltenden ehemaligen Fischerdörfer bzw. Handelssiedlungen Berlin (im Gebiet des heutigen Fernsehturms, der St. Nikolaikirche und Umgebung; im Jahre 1244 erstmalig urkundlich erwähnt) und Cölln (im südl. Teil der großen Spreeinsel, der "Berliner Spreegurke"/Fischerinsel und Umgebung; im Jahre 1237 erste urkundliche Erwähnung) vereinigten sich im Jahre 1307 zum Ort Berlin (Doppelstadt Berlin-Cölln), später flankiert durch die Festungsorte Spandow (Spandau) und Copenic (Köpenick). Berlin war dann im häufigen Wechsel mit dem benachbarten Potsdam Regierungssitz der brandenburgischen Kurfürsten und der preußischen Könige, die ihre Schlösser und Prunkbauten in der seen- und waldreichen Hügellandschaft des Berlin-Potsdamer Naturraumes errichten ließen.

Die Berliner Region entwickelte sich radial etwa von der Mitte des Urstromtalteils zwischen Spandau und Köpenick und erfasste dann auch angrenzende Talregionen und Gebiete der umgebenden Platten (z.B. die Spandauer Vorstadt und die Leipziger Vorstadt). Benachbarte brandenburgische Städte (z.B. Spandau, Charlottenburg und Köpenick) und Dörfer (z.B. Reinickendorf, Friedrichsfelde, Tempelhof und Zehlendorf)  wurden etappenweis eingemeindet, insbesondere im Jahre 1920 (Groß-Berlin; heute/2013 noch fast gleicher Verlauf der Stadtgrenze). Den Suffix "...dorf" tragen heute noch 12 Ortsteile bzw. Verwaltungsbezirke (z.B. Hermsdorf, Wilmersdorf, Hellersdorf und Bohnsdorf). Andere Ortsteile haben Landschaftsbezeichnungen in ihren Namen (z.B. Wannsee, Weißensee, Falkenberg, Prenzlauer Berg, Grunewald und Grünau).

Im weiteren Verlauf des Beitrages wird in Klammern seitenmäßiger Bezug genommen auf: HARMS BERLINER GRUNDSCHULATLAS,  Hannover 2001 (Neubearbeitung) ff.. ISBN 3-507-00520-4. (Die nachfolgenden Seitenangaben S. 14/15, S. 20/21 und S. 22/23 entsprechen inhaltlich weitgehend der älteren Ausgabe des gleichnamigen Schulatlas, Hannover 1991 ff.. ISBN 3-507-00517-4). Auch können wahlweise genutzt werden die Seiten 10 - 29 des HEIMATATLAS BERLIN,  Berlin 2010.  ISBN 978-3-06-064758-3.

Berlin mit UmlandVier brandenburgische Landschaften Berlins

Der gefällsarme Urstromtalabschnitt (S. 14/15 u. S. 20/21) umfasst mit einer  Meereshöhe um 30 Meter feuchte Wiesenareale (z.B. Gosener Wiesen und Müggelheimer Wiesen) sowie Sumpfland (z.B. Krumme Laake, Erpetal) (S. 38/39).  Auch Forste bzw. Heiden bedecken Talsandflächen des Urstromtals(z.B. Krummendammer Heide, Köpenicker Forst, Grünauer Forst, Wuhlheide, Köllnische Heide, Jungfernheide, Spandauer Forst und Tegeler Forst). Das große Tal und seine Randregionen werden mitunter auch von Dünenfeldern mit Kiefernbewaldung eingenommen (z.B. Püttberge und Teile der Forst Tegel).

Der westlichste und der östlichste Stadtbezirk Berlins nehmen den größten Teil des Urstromtalabschnittes ein. Der Flughafen Tegel, das Regierungsviertel, der Potsdamer Platz, der Ernst-Reuter-Platz, der Tiergarten, die Friedrichstraße, der Lustgarten, der Alexanderplatz und der Tierpark Friedrichsfelde beispielsweise liegen ebenfalls im ebenen Tal (S. 22/23). Auch mehrere Parkanlagen zieren das Urstromtalgebiet (z.B. Spandauer Stadtpark, Volkspark Jungfernheide, Treptower Park und Plänterwald sowie das FEZ Wuhlheide). Die Straße „Adlergestell“ im Berliner Südosten verläuft im Urstromtal. Vom Aussichtsturm der Müggelberge (Müggelturm) bietet sich ein hervorragender Panoramabllck über die  südöstliche Urstromtalregion Berlins.

Der größte Teil des Spandauer Stadtbezirkes (Ortsteile Staaken, Spandau, Haselhorst und Siemensstadt) und des Stadtbezirkes Treptow-Köpenick (z.B. Ortsteile Treptow, Baumschulenweg, Schöneweide, Adlershof, Köpenick, Friedrichshagen und Rahnsdorf) werden im Urstromtalabschnitt von Wohngebieten und Industrieanlagen eingenommen  (S. 18/19 u. S. 20/21).

In Köpenick-City mündet die Dahme, die in ihrem Unterlauf den Langen See bildet, in die Spree; in Spandau-Altstadt fließt die den Berliner  Urstromtalabschnitt markierende, mäandrierende Spree in die sich oft seenbildend verbreiternde Havel. (Die Angleichung der Wasserspiegel von Spree und Havel erfolgt koordiniert durch Schleusen in Spandau, Plötzensee und Charlottenburg sowie durch das Wehr am Mühlendamm/Mitte). Die bei Hennigsdorf in einem nord-südlich verlaufenden Querurstromtal beginnende Erweiterung und Verzweigung der z.T. von Inseln eingenommenen Havel wird in den westlichen Regionen Berlins (OT Heiligensee/Rd. bis OT Wannsee/St.-Zd.) und in der benachbarten Potsdamer Havelseenlandschaft fortgesetzt.

Der Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal zwischen nördlicher Spree  und der Spandauer Oberhavel und mit dem Teilabschnitt Hohenzollernkanal, der Westhafenkanal sowie der Charlottenburger Verbindungskanal sind die Hauptwasserwege für den Güterumschlag auf Berlins größtem Hafengelände (Westhafen und Umland). Der Spree-Abschnitt zwischen der Elsenbrücke und der Oberbaumbrücke ist der ehemalige "Osthafen". Der Landwehrkanal ist eine  im Urstromtal relativ gerade verlaufende südliche Parallelfassung der windungsreichen Spree zwischen dem alten Osthafen und der Charlottenburger Unterspree.

Als "Spreebogen" wird die  zweite der 4 markanten Flussschlingen im Urstromtalgebiet der Berliner Innenstadt bezeichnet (Hauptbahnhof; Regierungsviertel: Bundeskanzleramt, Bundestag und seine Verwaltungseinrichtungen etc.). Hier beginnt/endet auch der B.-Sp. Schifffahrtskanal.  Die dritte Flussschlinge der Spree umgibt die Schlossanlagen von Bellevue - den Amtssitz des Bundespräsidenten - und das Hansaviertel. In der Ebene des Spree-Urstromtales erstreckt sich ebenfalls die weltbekannte Schlossanlage von Charlottenburg.

Abwechslungsreich ist auch das durchschnittlich in 40 m – 60 m ü.NN gelegene Moränenplateau des Barnim bzw. Niederbarnim (S. 20/21). Die „Neubaugebiete“ des Märkischen Viertels in Reinickendorf und die Siedlungskomplexe von Marzahn und Hellersdorf geben dieser Hochfläche ein weithin sichtbares besonderes Aussehen, ergänzt durch die zur Freizeit und Erholung umgestalteten (begrünten) Müllhalden und Trümmerberge (z.B. Freizeitpark Lübars mit Gipfelhöhe von 85 m ü.NN in Reinickendorf, Humboldthöhe mit Panoramablick von ca. 80 m ü.NN in Mitte, Gr. Bunkerberg mit Gipfelhöhe von 78 m ü.NN in Friedrichshain oder Erholungspark Marzahn mit dem Kienberg von 102 m ü.NN ).

Auch sind auf natürlichem und auf künstlichem (aufgeschüttetem) Gelände Volksparks geschaffen worden (z.B. Volkspark Rehberge, Schiller-Park, Volkspark Wittenau, Volkspark Schönholzer Heide, Volkspark Prenzlauer Berg oder Landschaftspark Wuhletal). Der Volkspark Prenzlauer Berg mit einer Gipfelhöhe von  91 m ü.NN wird im Berliner Volksmund auch "Mont Klamotte" genannt (eh. Kriegstrümmerkippe - auch in Anlehnung an die benachbarte damalige Oderbruchstraße als "Oderbruchkippe" bezeichnet).

Das höchste Gelände des nach Nordosten sanft ansteigenden Barnim-Plateaus in Berlin sind die Arensfelder Berge (Kriegstrümmer- und Bauschutt-Deponie auf den eh. kleinen Roll-Bergen) mit 112 m ü.NN im nördlichen Teil des Landschaftsparkes Wuhletal. Ahrensfelder Berge - Kienberg/Hellersdorfer Berg (102 m ü.NN) - Biesdorfer Höhe (82 m ü.NN) sind das markante Schutthügeltrio des Wuhletales in der Barnim-Hochläche. (Die beiden letztgenannten Hügel sind ebenfalls Schuttberge auf jeweils flachen Naturerhebungen).

Die Bachläufe (z.B. Tegeler Fließ, Panke und Wuhle) streben in südlicher Richtung dem Urstromtal zu.

Die einst zahlreichen kleinen Pfuhle (Sölle) im Gebiet zwischen Malchow - Falkenberg und Lichtenberg - Biesdorf  sind in der heutigen Großsiedlungs-Bebauung und industriellen Erschließung kaum noch zu orten. Die noch verbliebenen kleinen Wasserflächen tragen meistens die Bezeichnung "Pfuhl" (z.B. Fennpfuhl, Springpfuhl) oder "Teich" (z.B. Bitterfelder Teiche).

Zahlreich sind auch die meist von flachen Erdwällen oder/und von Wassergräben umgebenen ehemaligen Rieselfelder der Berliner Abwässer (etwa zu Beginn des 20. Jahrhunderts) vertreten (z.B. bei Blankenfelde, Buch oder Falkenberg).

Von den natürlichen und von den vorwiegend künstlichen Vollformen des Reliefs hat man wunderbare Rundblicke über die nördlichen Teile der Hauptstadt, die besonders im Osten viele Wohnblöcke und große Industrieflächen bzw. Gewerbegebiete aufzuweisen hat (z.B. die Stadtbezirke Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf). Vom Trümmerberg „Biesdorfer Höhe“ (82 m ü.NN) beispielsweise bietet sich außerdem eine Aussicht auf das Wuhletal und auf  die größtenteils bebaute Urstromtalniederung (S. 32/33). Die begrünte Aufschüttung des Volksparkes "Prenzlauer Berg" gewährt - wie die Bunkertrümmererhebung im Volkspark "Friedrichshain" - gute Blicke in das Zentrum Berlins.

Das südliche und südwestliche Berlin wird fast ausschließlich von der Platte des Teltow eingenommen . Dieses Moränenplateau als größte Platte des Mittelbrandenburgischen Tal- und Höhenlandes und  weit in das Berliner Stadtgebiet hineingreifend ist  vorwiegend durch eine geringe Reliefenergie mit der durchschnittlichen Höhe von 35 m – 45 m ü.NN gekennzeichnet. Unmittelbar nordöstlich vom Britzer Garten befindet sich  der „Landeshaupthöhenpunkt“ (45 m ü.NN). Etwa gleiches Höhenniveau weist das nahe gelegene Gelände des ehemaligen Zentralflughafens Tempelhof ("Tempelhofer Feld") auf.

Einige Einzelberge überragen bescheiden die flachwellige Hochfläche des Teltow, z.B. als natürliche Erhebungen der Kreuzberg (66 m ü.NN) im  Viktoria-Park/Fr.-Kr. und die Falkenberge (58 m ü.NN) in Bohnsdorf/Tr.-Kö.  sowie als Trümmerberge (Insulaner mit 78 m ü.NN in Te.-Sch. oder die Rixdorfer Höhe mit 67 m ü.NN im Volkspark Hasenheide/Nk.).

Als flächenhaft verbreitete natürliche Geländelagen von 50 m – 60 m ü.NN sind Gebiete von Dahlem/St.-Zd., Steglitz/St.-Zd.  und Schmargendorf/Ch.-Wd.  anzutreffen (S. 35, FU-Viertel). Gekrönt wird die Höhenkappe des Teltow von dem markanten Fichtenberg (68 m ü.NN) im OT Steglitz. Dieser größtenteils bebaute Hügel ist gleichzeitig - abgesehen vom exzentrisch gelegenen West-Teltow - die höchste Natur-Erhebung der Teltow-Platte in Berlin. Auf dem Gipfel des Fichtenberges steht der Wasserturm (FU-Met. Inst.). Der Fichtenberg bildet außerdem das Quellgebiet der Bäke, deren Talniederungen im Mittel- und Unterlauf für den Bau des Teltowkanals genutzt wurden (Hafen Steglitz - Machnower See - Kohlhasenbrück).

Durch den in den Jahren 1900-1906 erbauten, 38 km langen Teltowkanal (mit mehreren „Binnenhäfen“) zwischen der Dahme und dem Griebnitzsee bzw. zwischen den Orten Grünau und Wannsee wurde die Hochfläche des Teltow zerschnitten. Die Wasserstraßenverbindung zwischen der Berliner Oberspree (bei Schöneweide) und dem Teltowkanal ist durch den Britzer Zweigkanal gegeben. Der Höhenniveauunterschied von unterer Dahme (Spree-Haltung) und mittlerer Havel (b. Potsdam) - ca. 2,75 Meter - wird für die Schifffahrt durch das Machnower Schleusenwerk ausgeglichen. (Die Havel hat an der Glienicker Brücke eine durchschnittliche Wasserspiegelhöhe von 28,5 m ü.NN.)

Nur der äußerste westliche Teil des Teltow („West-Teltow“), der durch die Rinnenseenkette des Grunewaldes (Lietzensee bis Nikolassee) und durch die kleinen Rinnenseen der „Insel Wannsee“ (Kl. Wannsee bis Glienicker Lake; aus der Stolper Hügellandschaft mit dem Schäferberg wurde durch partielle Entwaldung und großräumige Besiedelung die Insel Ws.) vom Teltow-Plateau abgetrennt erscheint, weist größere Höhenlagen auf, z.B. Karlsberg (79 m ü.NN) mit Aussichtsturm, Havelberg (97 m ü.NN), Dachsberg (61 m ü,NN), Kanonenberg (56 m ü.NN), Finkenberg (83 m ü.NN), Stolper Berge (97 m ü.NN), Böttcherberg (66 m ü.NN), Hirschberg (80 m ü.NN) oder Schäferberg (103 m ü.NN). Diese und andere Hügel des westlichen Teltow (die Region der eh. "Stolp`schen Berglandschaft" und des Grunewaldes umfassend) sind Endmoränen und kamesartige Bildungen. Das Olympiastadion (Pichelsberg) mit ca. 70 m ü.NN und das Messegelände am Funkturm beispielsweise liegen auf dem nördlichen Sporn des hügeligen „West-Teltow“ (S. 29 u. S. 34); ebenso die Region des Ruhwaldes mit Park- und Kleingartenanlagen, die zur Spreeniederung relativ steil abfällt.

Die kurvenreiche Havelchaussee im Grunewald verläuft hügelauf und -abwärts, zumal sie Höhenlagen von 33  m ü.NN – 75 m ü.NN aufweist. Ähnlich verhält es sich mit der Chaussee zur Pfaueninsel und dem Nikolskoer Weg (Straße) auf der bewaldeten „Insel Wannsee“.

Der „West-Teltow“ und die Müggelberge („Mini-Gebirge“ Berlins) sind die „Bergländer“ der
Berliner, die vor allem im Sommerhalbjahr durch benachbarte Seen (Havelseen, Spree- und Dahmeseen) Naherholungsgebiete sind.

Als Erholungszentren auf der Teltow-Hochfläche dienen auch die Parkanlagen (z.B. Volkspark Klein-Glienicke, Heinrich-Laehr-Park, Botanischer Garten, Steglitzer Stadtpark, Volkspark Mariendorf, Britzer Garten und Volkspark Hasenheide).

Vom Karlsberg-Aussichtsturm (Grunewaldturm) und von dem gewaltigen, renaturierten Vorgelände der Trümmererhebung des Teufelsberges (120 m ü.NN) im Grunewald kann man sehr schöne Rundblicke auf Berlin und sein westliches Vorland genießen. Die kultivierten Müllhalden „Freizeitpark Marienfelde“ (76 m ü.NN) und „Dörferblick“ (84 m ü.NN) gestatten eine Aussicht auf das Flughafengelände des BBI Schönefeld. Von der begrünten Müllhalde der "Tannenberge" (ca. 85 m ü.NN) bei Wannsee ist ein Weitblick über Potsdam und seine Umgebung möglich.

Bedeutende Industrieflächen befinden sich vor allem in Neukölln sowie in den Ortsteilen Tempelhof, Mariendorf und Marienfelde des Stadtbezirkes Tempelhof-Schöneberg.

Im südlichen Randgebiet des Teltow trifft man mitunter noch auf Reste der ehemaligen Rieselfelder der "Jauche-Barone" aus den 20er Jahren.

Westlich vom Teltow-Plateau erstreckt sich auf der anderen Seite der breit ausladenden Havel bis zur Niederung des mittleren Havelkanals das Dallgow-Döberitzer Plateau mit Hügeln um 70 m ü.NN ( S. 28/29). (Von manchen Insider-Autoren wird dieses Plateau der Nauener Platte zugeordnet). Die höchste natürliche  Erhebung dieses Plateaus in Berlin wird durch den Hügelzug „Helle Berge“ (74 m ü.NN) bei Hohengatow repräsentiert, gefolgt von dem "Luisenberg" (71 m ü.NN) an der Stadtgrenze bei Kladow mit Ufersteilhang zur Havel. Der höchste Aussichtspunkt für einen Panoramablick über den Stadtbezirk Spandau und sein westliches Umland ist jedoch der waldfreie Trümmerberg „Hahneberg“ (88 m ü.NN). Dieser künstliche Hahneberg ist – wie auch der nahe gelegene natürliche Hahneberg (67 m ü.NN) mit seinem musealen Fort – ein „Natur- und Erholungsgebiet“ für die Spandauer Bürger.

Der östliche Randteil der Dallgow-Döberitzer Hochfläche ist zwar für Berlin die kleinste geomorphologische Einheit. Aber diese Fläche ähnelt in der Reliefgestaltung dem West-Teltow, ist auch am Nordrand durch relativ schroffen Übergang zum Urstromtal ein klassisches Beispiel für „Platten und Niederungen“.

Ehemalige Rieselfelder sind bei Gatow noch deutlich zu erkennen. Ansonsten dominieren heute auf der schwach bewaldeten Hochfläche Siedlungsgebiete (insbesondere die Spandauer Ortsteile Gatow und Kladow) sowie Feld- und Gartenbau. Wegen der unmittelbaren Nähe zur Havel entwickelten sich Kladow und Gatow zu bedeutenden Freizeit- und Erholungszentren der Berliner Bevölkerung.

Im benachbarten Potsdamer Havelseengebiet und im sonstigen Umland der Hauptstadt setzt sich der Berliner „Naturraum“ in seiner Elementarstruktur fort (S. 62/63). Außer den genannten Wäldern, Heiden, Parks und Gartenanlagen gibt es noch viele kleinere Flächen dieser Arten in der Stadt (nicht zu vergessen die zahlreichen Kleingartenanlagen der „Laubenpieper“). Alleen und Baumzeilen säumen viele Straßen; Bäume und Büsche an Bahndämmen, Spielflächen und Sportplätze lockern das Stadtbild auf. So wird die Bundeshauptstadt Berlin mitunter auch als „grüne Stadt“ bezeichnet.

Beispiele für optische Wechsel der geomorphologischen Landschaften

Übergang vom Urstromtal zur Dallgow-Döberitzer Platte

Der Übergang ist optisch sehr eindrucksvoll (S. 28).

Die aufgeschüttete Grünanlage „Hahneberg“ hebt sich mit 88 m ü.NN deutlich ab vom nördlich gelegenen Spandauer Urstromtalgebiet (um 30 m ü.NN), ebenso das Terrain des Fort.

Auffällig ist auch der Übergangsbereich Wilhelmstraße - Potsdamer Chaussee (B 2) im
Spandauer Ortsteil Wilhelmstadt. ("Karolinenhöhe" ist mit ca. 50 m ü.NN auf dem Plateau).

Übergang vom Urstromtal zum Barnim-Plateau

Der Anstieg zum (Nieder-)Barnim ist nicht so deutlich; er ist allmählich. Nur an wenigen Stellen ist der Wechsel der geomorphologischen Hauptlandschaft zu merken.

Zum Beispiel kündet ein sanfter Anstieg der Afrikanischen Straße im Stadtbezirk Reinickendorf davon.

Im Stadtbezirk Mitte dagegen führt die Straße Weinbergsweg vom Rosenthaler Platz deutlich auf die Hochfläche des Barnim, wo dann in Fortsetzung die Kastanienallee tischeben verläuft.

Auch die Prenzlauer, Schönhauser und Landsberger Allee steigen allmähllich von Mitte aus an.

Ebenfalls der Blumberger Damm im Stadtbezirk Marzahn-Hellersdorf läßt eine Steigung vom Süden nach Norden erkennen.

Sehr instruktiv für den Wechsel von der Urstromtalniederung zur Barnim-Hochfläche ist der Straßenabschnitt  Alt-Kaulsdorf/Alt-Mahlsdorf (B 1/B 5) - „Berliner Loggia am Barnim-Hang“. (In greifbarer Betrachtungsentfernung markieren die Müggelberge die Lage des südöstlichen Entrees des Berliner Urstromtalabschnittes bzw. i.e.S. des „Köpenick-Müggelheimer Eilandes“ zwischen Spree, Dahme und Seddinsee).

Übergang vom Urstromtal zur Teltow-Hochfläche

Dieser Übergang ist relativ deutlich ausgeprägt.

Beispielsweise verläuft der Spandauer Damm merklich über den nördlichen Sporn des West-Teltower Hügellandes zwischen dem U-Bahnhof Ruhleben und dem Schloss Charlottenburg.

Ebenso deutlich läßt die Heerstraße (B 2/B 5) ihren Verlauf über den nördlichen Teltow-Sporn erkennen zwischen dem Scholz-Platz und dem Theodor-Heuss-Platz.

Ziemlich steil ist auch der Abstieg vom Olympiastadion (Teltow-Sporn; Pichelsberg) nach Norden zum Spree-Tal.

Im Südzipfel des West-Teltow, auf der „Großinsel“ Wannsee, ist der beiderseitige Steigungs- bzw. Gefällsverlauf der Königstraße (Schäferberg-Überquerung; ca. 60 Meter Höhendifferenz) ein attraktives Beispielobjekt der vorliegenden Problemstellung.

Auch die Beanspruchung des kombinierten Fuß-/Radweges Glienicker Brücke – Pfaueninsel am Havelufer (Berliner Mauerweg, Ufert/er/rasse) lässt unmittelbar die Steilheit der bewaldeten Erhebungen (10-20 m rel. Höhe) auf der „Großinsel“ Wannsee zur Havelseenrinne bewusst werden.

Abrupt ist der Wechsel zwischen ebenem Urstromtal und reliefbewegter Teltow-Platte am Kreuzberg (66 m ü.NN) im Viktoria-Park.

Ähnliches trifft für den Übergang von der bebauten Ebene der Uferpartien des Landwehrkanals zum Kriegsschuttberg „Rixdorfer Höhe“ (68 m ü.NN) in der Hasenheide zu.

Relativ steil führt die Hermannstraße vom Hermann-Platz (Stadtbezirk Neukölln) zur Hochfläche des Teltow.

Der Übergang vom Spree-Tal bzw. von der Niederung des östlichen Abschnittes des Teltowkanals zum Teltow-Plateau bzw. zur Gropiusstadt/Nk. ist fast unmerklich.

Die Rudower Höhe (Trümmerberg mit Gipfelhöhe von 70 m ü.NN) am nordöstlichen Rand  des Teltow-Plateaus bildet einen Höhenkontrast zur Altglienicker Talebene.

Eindrucksvoll ist der Übergang vom Grünauer S-Bahngelände im Dahme-Tal zu den Falkenberger Höhen (58 m ü.NN) auf dem Teltow in Bohnsdorf, insbesondere der gefällsreiche Abschnitt der Buntzelstraße (B 179).

BerlinDiese angeführten Beispiele haben einige markante Übergänge bzw. Grenzsäume der Berliner geomorphologischen Hauptlandschaften genannt. Weitere Wechsel mögen vom aufmerksamen Betrachter entdeckt werden.

 

Literatur und Quellen

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BREETZ, E./ ERNST, CH.: Heimatatlas Berlin. Berlin 2010 (1. Auflage, 2. Druck). ISBN 978-3-06-064758-3.

BREETZ, E. u.a.: Harms Berliner Grundschulatlas (Lehrerheft). Hannover 1993. ISBN
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o.V.: Berlin (Pharus-Atlas 1:17.500). Berlin 2008. ISBN 978-3-86514-148-4.

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o.V.: Berlin (Stadtatlas "Knick mich" 1:20.000). Berlin 2011, 8. Auflage (Ausg. 2011/2012).  ISBN 978-3-9807508-0-6.

SPITZER, H./ ZIMM, A.: Berlin und Umgebung um 1840 – Erläuterung von Ausschnitten mehrerer Urmeßtischblätter (mit Karten- und Bildbeilage). Berlin 1987.

 

1. Abbildung: Ausschnitt aus HANDKARTE "I. Reliefkarte 1:500 000 - ein schattenplastisches Reliefbild". Landesvermessungsamt Brandenburg, Potsdam 2000 - 1. Auflage. (Beratende Mitarbeit: E.Breetz).

2. Abbildung: Ausschnitt von der SCHÜLERHANDKARTE "Land Brandenburg" (1:600 000). Volk und Wissen Verlag GmbH, Berlin 1994. (Kartenkonzeption: E.Breetz).

3. Abbildung: Kartenausschnitt aus "HEIMATATLAS Brandenburg", S. 28 "Berlin und sein Umland" (1:200 000). Volk und Wissen Verlag/Cornelsen Verlag, Berlin 2004 (4. Auflage). (Atlaskonzeption: E.Breetz).

 

Siehe auch in dieser Homepage:

Brandenburg – eiszeitlich geformtes Land
Brandenburgische Großlandschaften
Märkische Luche