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„Hochland“ der Mark – Fläming und Niederlausitzer Höhen

Kartenausschnitt Brandenburg - FlämingDer Südliche Landrücken repräsentiert mit vielen Höhenlagen um und über absolute 150 Meter das „Hochland“ der Mark Brandenburg. Werden im brandenburgischen Territorium des Nördlichen Landrückens vorwiegend einzelne Höhenlagen zwischen 120 m und 150 m ü.NN erreicht und sind einige Endmoränen im Gebiet der Niederungen und Platten (Weichselglazial) über 150 m ü.NN hoch (Semmelberg mit 158 m auf der Barnim-Platte und Hutberg mit 162 m auf der Fünfeichen – Gubener Hochfläche), so weist der Südliche Landrücken in Brandenburg viele höhere Geländelagen auf. Ein markantes „Mini-Hochland“ stellt die Platte der „Beeskower Hochfläche“ dar (Saarower Hügellandschaft,   z. B. Dubrowberge 150 m ü.NN, Kosackenberge 135 m ü.NN, Ziegelberg 127 m ü.NN).

Im Bundesland Brandenburg befindet sich auch der höchste Punkt des gesamten Südlichen Landrückens – der Hagelberg mit 200,1 m ü.NN.  (2012)

Der südliche Höhenzug ist  Altmoränengebiet (Warthestadium der Saale-Kaltzeit), das zwischen 2 Urstromtälern liegt – zwischen dem Brück (Glogau)-Baruther Tal des Brandenburger Stadiums (südlichste Eisrandlage des Weichselglazials) und dem Bremen-Magdeburger Abflußtal des Warthestadiums (auch "Lausitzer Tal" genannt). Da der Südliche Landrücken, der sich auch in Sachsen-Anhalt fortsetzt, während der letzten Kaltzeit (Weichseleiszeit) nicht mehr vom Inlandeis erreicht wurde, sind seine Oberflächenformen etwas abgeflachter als die des Nördlichen Landrückens, so dass die höchsten Erhebungen häufig nicht markant aus ihrer Umgebung herausragen. Es fehlen auch größere natürliche Seen.

Der Südliche Landrücken ist im Bundesland Brandenburg gegliedert in den zweiteiligen Fläming und in das Lausitzer Hügel- und Beckenland. Die Grenze zwischen dem Hohen und dem Niederen Fläming wird durch die Linie Jüterbog – Seyda (Relieffurche von 80-100 m ü.NN) angenommen; die Grenze zwischen dem Niederen Fläming und den Lausitzer Höhen wird durch den Fluß Dahme markiert.

Im (westlichen) Hohen Fläming gibt es Höhenlagen über 150 m ü.NN; in seinem zentralen Teil ist ein etwa 60 km²  großes welliges Hochplateau mit dem Hagelberg, dem Borussiaberg (182,5 m ü.NN) und den Geländepartien um Wiesenburg (160-200 m ü.NN). Auch beispielsweise die  Gartenberge (189 m ü.NN) und der Kienberg (171 m ü.NN) krönen den Hohen Fläming. Der Hohe Fläming besteht außer dem zentralen Fläming auch noch aus mehreren niedrigeren „Vorflämingen“, von denen die „Belziger Vorstufe“ (ca. 90 m ü.NN) wegen des relativ steilen Anstiegs der markanteste ist.

Der Niedere Fläming hat vorwiegend absolute Höhen von 100-150 Metern aufzuweisen (z. B. Höllenberg mit 141 m ü.NN, Ziegelberg mit 130 m ü.NN oder Mühlberg mit 131 m ü.NN). Eine Ausnahme bildet der Golmberg am Nordrand des Niederen Flämings mit 178 m ü.NN.

Die genannten Berge des Hohen Flämings und weitere bedeutende  Erhebungen des Flämings und auch des südlichen Niederlausitzer Hügellandes sind Reste der Eisrandlage des Warthestadiums. So nehmen auch im Fläming und in den Niederlausitzer Höhen  mehr oder weniger großräumige Sanderflächen das Gelände ein.

Ein waldfreier Flottsandstreifen (lössartiger Boden) durchzieht den Fläming, dessen Grundwasserhorizonte verhältnismäßig tief liegen, so dass hier, insbesondere im nördlichen Teil des Flämings, tief eingeschnittene Trockentäler (Rummeln) angetroffen werden, die nur in niederschlagsreichen Zeiten Wasser führen.

Während der aus dem Brück-Baruther Urstromtal oftmals steil aufsteigende Fläming einem nach Süden geneigten Pult ähnelt (seine westlichen und südlichen Ausläufer reichen bis nach Sachsen-Anhalt hinein), ist die Niederlausitz durch  eine Kette südlicher Aufwölbungen gekennzeichnet (z. B. Hutberg mit 145 m ü.NN oder Großberg mit 137 m Meereshöhe).

Weisen der Hohe Fläming ein stärker hügeliges Relief und der Niedere Fläming vorwiegend Hochebenen auf, ist der Niederlausitzer Bereich eine Region mit kiesigen Hügeln und flachen sandig-lehmigen Becken, wobei das Kirchhain-Finsterwalder Becken (90-120 m Höhe) die größte Beckenlandschaft innerhalb des Niederlausitzer Landrückens darstellt. Der  Braunkohlentagebau der Niederlausitz – besonders in den Räumen von Senftenberg, Lauchhammer und Spremberg – hat selbstverständlich das Relief dieser Gebiete stark verändert. Die Niederlausitz ist beispielhaft für eine künstliche Seenlandschaft.

Kreis FinsterwaldeDas Höhenland der Niederlausitz wird etwa von NW bis SO vom schmalen Hügelrücken des Lauitzer Grenzwall durchzogen, der einst die Grenze zwischen der nördlichen Niederlausitz und der südlichen Oberlausitz markierte und als Wasserscheide fungiert (z. B. Wachtelberg mit 159 m ü.NN b. Luckau, Gabeler Berge mit 161 m ü.NN b. Calau, Hoher Berg mit 183 m ü.NN und Spitzberg mit 176 m Meereshöhe bei  Döbern).

Ist der Hohe Fläming ein Waldland mit eingestreuten Ackerflächen und der Niedere Fläming Ackerland mit eingestreuten Waldflächen, wird die Niederlausitz aufgrund ihrer vorherrschenden Sandböden (Sander, Becken- und Talsande) auf weiten Flächen von Heiden und Wäldern eingenommen.

Der Südliche Landrücken in der Region Brandenburg (Brandenburger Hochland) findet im Nordwesten seine Fortsetzung in den Erhebungen der Colbitz-Letzlinger Heide; im Südosten ist es der „Muskauer Faltenbogen“.

Die höchste Erhebung des Norddeutschen Flachlandes und auch des Bundeslandes Brandenburg bildet jedoch der Kutschenberg bei Ortrand mit 200,6 m ü.NN. Dieser Berg gehört aber nicht zum Südlichen Landrücken; er liegt am „südlichen Ufer“ des Bremen-Magdeburger Urstromtales.

 

Literatur und Quellen:

BREETZ, E.: Schülerhandkarte „Bezirk Cottbus“ 1:400.000. Gotha 1988.

BREETZ, E.: Regionalkarte ,,Östliches Sachsen-Anhalt" 1:300.000. In: HEIMATATLAS Sachsen-Anhalt. Berlin 1998 (1. Auflage), S. 18/19.   ISBN  3-06-040303-1.

BREETZ, E.: HEIMATATLAS Sachsen. Berlin 2000 (2. Auflage).  ISBN 3-06-040302-3.

BREETZ, E. u.a.: Schülerhandkarte „Kreis Finsterwalde“ 1.100.000. Gotha 1982.

BREETZ, E. u.a.: Schülerhandkarte "Kreis Forst"  1:100.000. Gotha 1982.

BREETZ, E. u.a.: Schülerhandkarte „Kreis Senftenberg“ 1:100.000. Gotha 1983.

BREETZ, E. u.a.: Schülerhandkarte "Kreis Spremberg"  1:100.000. Gotha 1983.

BREETZ, E. u.a.: Schulwandkarte „Kreis Belzig“ 1:60.000. Gotha 1985.

BREETZ, E. u.a.: Schülerhandkarte „Kreis Jüterbog“  1:100.000. Gotha 1985.

BREETZ, E. u.a.: Schülerhandkarte „Kreis Luckau“  1:100.000. Gotha 1985.

BREETZ, E. und BRUNNER, H.: Landschaften und Flächennutzungsstruktur im Hohen Fläming. In: Der Bezirk Potsdam – Geographische Exkursionen (Hrsg.: Kramm, H.-J.). 3. Auflage, Gotha 1989, S. 102-113. (= Geogr. Bausteine, N.R., H. 6).

LIPPSTREU, L. u.a.: Geologische Übersichtskarte des Landes Brandenburg 1:300 000. LGRB/LVA Brandenburg (Hrsg.), Potsdam 1997.  ISBN 3-7490-4576-3.

MICKLITZA, A. und K.: Die Lausitz entdecken. Berlin 2005. ISBN 3-89794-058-2.

O. V.: Brandenburg – Der Westen, Band 3 „Der Fläming“. Groß Dölln 2003. ISBN 3-931021-42-4.

O. V.: Brandenburg – Der Süden, Band 2 „Die Niederlausitz...“. Groß Dölln 2004. ISBN 3-931021-50-5.

SCHEDDEL, K.: Ganz Brandenburg – Touristenplaner. Berlin 2004. ISBN 3-935029-11-X.

SCHOLZ, E. u.a.: Die naturräumliche Gliederung Brandenburgs. Potsdam 1962.

 

1. Abbildung: Ausschnitt aus der SCHÜLERHANDKARTE " Bezirk Potsdam --Oberflächengestalt" (1:500 000). Rat des Bezirkes Potsdam - Abt. Volksbildung, Potsdam 1980 - 7. Ausgabe. (Kartenautor: E.Breetz).

2. Abbildung: SCHÜLERHANDKARTE "Kreis Finsterwalde" (1:100 000). VEB H. Haack, Gotha 1982. (PTA: E.Breetz).

 

 

Siehe auch

Nordbrandenburgischer Landrücken