Diese Seite drucken

Zum Wesen der Karte und ihrer unterrichtlichen Nutzung

Kartenausschnitt Mecklenburg-VorpommernAls theoretische Grundlagen für die digitale Kartografie dienten unter anderem erkenntnistheoretische, informationstheoretische und kybernetische Studien und Praxisuntersuchungen. Hierzu mögen einige Auszüge aus einem Beitrag des Verfassers  „Zur Wesensbestimmung der geographischen Karte und der schulkartographischen Kommunikationskette” in der Wiss. Zt. d. PH Potsdam, H. 3/1985, S. 445-458, wiedergegeben werden.

[...]

Mit dem verstärkten Einfluß der Erkenntnistheorie, der Semiotik, der Informationstheorie und der Kybernetik auf die Kartographie seit Beginn der siebziger Jahre (1; 28; 29; 32; 42; 43; 51; 59; 65; 73; 77; 87) wurde die Bestimmung des Gegenstandes und der Grundlagen der theoretischen Kartographie unter neue Aspekte gestellt.

In diesem Zusammenhang werden nachfolgend einige Auffassungen zur Wesens- und Funktionsbestimmung der geographischen Karte und zur Anwendung des Kommunikationsbegriffes in der Kartographie unter besonderer Berücksichtigung des schulkartographischen Wirkungsfeldes erörtert.

Unter geographischen Karten verstehen wir Karten mit topographischer Situation, in denen mit themen- und maßstabsbedingter Vollständigkeit natürliche Komponenten in ihren Raumverhältnissen und/oder wirtschaftsräumliche Strukturelemente den Hauptgegenstand der Darstellung bilden.

Für den Schulunterricht ist die geographische Karte als symbolhafte Abbildung von Erdräumen und als  konzentrierteste Aufzeichnung geographischen Wissens im gefächerten und funktionskoordinierten Ensemble der Unterrichtsmittel ein unentbehrliches fachspezifisches Unterrichtsmittel zur Verwirklichung wesentlicher Ziele und Inhalte des Geographieunterrichts der Klassen 5 bis 10 sowie zur Behandlung georäumllich bezogener  Stoffkomplexe der Disziplin Heimatkundedes Deutschunterrichts in der letzten Unterstufenklasse 3 und in der ersten Mittelstufenklasse 4.

Kartenausschnitt Mecklenburg-Vorpommern1.  Wesensmerkmale der geographischen Karte


Als „eine maßstäblich verkleinerte, verebnete, verallgemeinerte, vorwiegend symbolhafte, inhaltlich erläuterte Draufsichtsbbildung der Erdoberfläche bzw. eines Teiles derselben” (17, S. 11) stellt die geographische Karte stets in einem verhältnismäßig starken Ausmaß eine Abstraktion dar, denn sie ist in inhaltlicher, begrifflicher und graphischer Hinsicht eine mehr oder weniger stark verallgemeinerte und verschlüsselte Abbildungsform des Darstellungsgegenstandes (17, S. 17). Ihr Wesen wurde von E. Lehmann mit folgenden Worten treffend charakterisiert: „Die Karten geben kein Abbild der Wirklichkeit, sondern nur die Möglichkeit, sich die Wirklichkeit vorzustellen ... Sie reden eine eigene Sprache, die übersetzt sein will” (47, S. 73).

So bedarf die Karte außer der Legende, die die Zuordnung der Zeichen (Symbole, Signaturen) zu den Begriffen herstellt, also ihre semantische Bedeutung aufzeigt, auch der Kartenschrift zur näheren Erläuterung und individuellen Bezeichnung der Darstellungsgegenstände. Die Karte bildet häufig weniger körperliche Objekte (bzw. Objektklassen) kodiert ab, sondern vor allem invariante Merkmale (wesentliche innere und/oder äußere Eigenschaften) von Objektklassen sowie Sachverhalte geographischer Räume, insbesondere Lagebeziehungen und -anordnungen von Objekten und Prozessen bzw. ihrer Wertkategorien in ausgewählten Territorien. So sagt auch ein einzelnes Symbol im Kartenbild bei isolierter Betrachtung in den meisten Fällen überhaupt nichts aus (abgesehen beispielsweise von einigen Linearsignaturen - Verlauf der Staatsgrenze oder eines Flusses). Erst im syntaktischen Zusammenwirken mit anderen Kartenzeichen können geographische Aussagen gewonnen werden (z.B. Lagebestimmung von Erscheinungen, Verteilung und Anordnung von Objektarten bzw. Objektwerten, regionale Merkmalsstrukturen, funktionale Zusammenhänge) (13, S. 522).

Als Unterrichtsmittel charakterisieren wir die geographische Karte unter verschiedenen Apekten:

1.1 Erkenntnistheoretischer Aspekt

Die Karte ist eine materielle Abbildung der geographischen Realität für die indirekte sinnliche Anschauung im Unterrichtsprozeß.
(S. 446)

[...]

Demgemäß kann die zur Diskussion stehende materielle Abbildungsform als kartographische Abbildung geographischer Räume aufgefaßt werden, während mit dem von A. M. Berljant (8) definierten „kartographischen Abbild” ( m. E. „kartographisch vermitteltes Abbild”) eine Form der ideellen Widerspiegelung von Objekten und Erscheinungen der Realität im Bewußtsein des Menschen, die mit Hilfe einer räumlichen Kombination kartographischer Zeichen erzeugt wird, gekennzeichnet ist. „Wie jedes ideelle Abbild hat das kartographische
Abbild  als Quelle die Objekte und Erscheinungen der realen Welt,  seine Existenzform ist jedoch subjektiv” (65, S. 38). [...]

Allerdings wird von uns - im Unterschied zu A.M. Berljant (8) - der Terminus „kartographisches Abbild” im Sinne eines ideellen Abbildes von Karten, also als „Kartenvorstellung” bzw. als anwendungsbereite (reproduzierbare) Gedächtnisvorstellung einzelner Karten verstanden (15, S. 254-255; 17, S. 26-27). Diese durch visuelle Rezeption von kartographischen  Abbildungen  gewonnenen, subjektiv geprägten kartographischen Abbilder sind im Schulunterricht wesentlicher Bestandteil der Kartenkenntnis, die auch kartographische Begriffe und Urteile einschließt, und besonders des  topographischen Wissens. Sie ermöglichen mit zunehmender Stabilisierung durch häufige Rezeptionstätigkeit das notwendige gedankliche Operieren mit Kartenvorstellungen („Denken in Kartenbildern” ). „Die Vorstellungsbildung im Rahmen der Entwicklung des Kartenverständnisses umfaßt also zwei unterschiedliche Abstraktionsstufen: die Entwicklung von Kartenvorstellungen und die Gewinnung von realen räumlichen Vorstellungen aus der Karte sowie aus den Kartenvorstellungen” (15, S. 255)
(S. 447)

[...]

Kreis Sonneberg1.2 Semiotischer Aspekt

Die geographische Karte ist ein konventionelles Zeichensystem der Wissenschaft.

In mehreren Studien (13, 15, 17) erwähnten wir, daß die kartographische Abbildung eine  schriftsprachliche  Wiedergabe der  Wirklichkeit  ist,  deren  Spezifik  darin besteht, daß durch die Symbolschrift (Signaturen als Kunstsprache)  und durch die Lautschrift  (z.B. individuelle Objekt-bezeichnungen)  der  natürlichen  (Umgangs-)Sprache geographische Allgemeinbegriffe und Aussagen auf eine geodätische Grundlage graphisch umgesetzt werden (15, S. 253). Somit ist die Legende als Zeichenerklärung eine notwendige Metasprache über die Objektsprache des  kartographischen Zeichensytems.

Die von uns derzeit vorgenommene Präzisierung, daß die geographische Karte ein konventionelles Zeichensystem der geographischen Wissenschaft (zweite Sprache der Geographie) wäre, dürfte nach dem heutigen  Entwicklungsstand  der  Kartographie (2; 61; 87) eine nicht mehr ganz zutreffende Einengung sein, impliziert die Kartographie zur Hilfswissenschaft der Geographie. Die kartographische Transformierung geographischer Forschungsgegenstände und Fachtermini erfolgt heutzutage in sehr enger Kooperation zwischen zwei selbständigen Disziplinen. Jede Karte - und nicht nur die geographische - dürfte daher als  konventionelles Zeichensystem der Kartographie aufgefaßt werden.

Der erkenntnistheoretische und der semiotische Aspekt sind jedoch eng verbundene und sich bedingende Aspekte zur Wesenscharakterisierung der Karte und zur Lösung des scheinbaren Widerspruchs von abstrakter, generalisierter Darstellungsform und inhaltsreicher Aussagekraft. „Die Problematik der erkenntnistheoretischen Stellung der Karte ergibt sich aus der Tatsache, daß ihre Grundfunktion zwar in der graphischen Abbildung der objektiven Realität besteht, diese Funktion aus sachlichen und technischen Gründen aber nur sehr begrenzt zu realisieren ist. [...] Aus diesem Grunde wurde die Verwendung verabredeter graphischer Zeichen notwendig”.
(13, S. 519).

1.3  Informationstheoretischer  Aspekt

Im Kommunikationsprozeß des Schulunterrichts gilt die Karte

  • als konzentrierter Informationsspeicher geographischen Wissens

  • als zentraler Informationsvermittler für den Lehrer

  • als sehr ergiebige optische Informationsquelle für den Schüler.

Dabei ist ferner zu beachten, daß sie als graphischer Informationsträger (36) sowohl direkte (unmittelbar ablesbare) als auch indirekte (ableitbare) Informationen (81) für den Kartennutzer enthält.
(S. 448)

Die spezifischen Eigenschaften der kartographischen Darstellungsform (verkleinerte, generalisierte, komprimierte, kodierte Abbildung der Realität durch konventionelle Zeichen einer Kunstsprache) bedingen im unterrichtlichen Erkenntnis- und Kommunikationsprozeß eine doppelte Position auf der erkenntnistheoretischen Ebene (13):

  1. Die Karte ist als materielle, informationsreiche Abbildung der Wirklichkeit ein prädestiniertes materielles Erkenntnismittel zur Gewinnung von Kenntnissen und Erkenntnissen über Objekte und Erscheinungen geographischer Räume sowie zur Aneignung allgemeiner Denkweisen und geographischer Abeitsweisen als Erkenntnisgegenstände.

  2. Auf Grund der dreifachen Abstraktion ihrer Darstellung der Realität ist das Unterrichtsmittel zeitweilig selbst Erkenntnisgegenstand, bilden das Kennenlernen seiner speziellen Eigenschaften und der elementaren Verfahrensweisen zum Gebrauch als Unterrichtsmittel den Gegenstand der Erkenntnistätigkeit.

2.  Erkenntnisgewinnung und Kommunikation als zentrale Funktionen kartographischer Darstellungsformen


Im Zuge der Neuprofilierung der Kartographie erfolgte zwangsläufig auch eine Neuformulierung der Hauptfunktion kartographischer Darstellungsformen, die zunächst in der Kommunikationsfunktion gesehen wurde.

[...]

Die visuelle Kommunikation wird gegenwärtig noch in breiten Fachkreisen als die Hauptfunktion der kartographischen Darstellung aufgefaßt. Zeitweilig gerieten auch wir indirekt in den literarischen Sog dieser internationalen Meinungstendenz (23, S. 360). Dennoch tritt dieser Ansicht seit Mitte der siebziger Jahre besonders durch A. M. Berljant (8), K. A. Salistschew (75) und R. Ogrissek (65) die  Auffassung entgegen, daß die  Erkenntnisgewinnung die funktionale Dominante darstelle. Allerdings wird bei der Kartennutzung die Erkenntnisgewinnung  erst  durch Erfüllung der kartographischen Kommunikation, also durch Dekodierung der in graphische Signale transformierten Informationen, ermöglicht. Doch wird mit der visuellen Kommunikation anhand der Karte nicht nur schlechthin eine Nachrichtenübermittlung bezweckt, sondern letztlich die Gewinnung von geographischen Vorstellungen sowie von rationalen Erkenntnissen, von Begriffen und Aussagen über die Wirklichkeit.
(S. 449)

[...]

So stellen wir auch nicht die Frage nach der grundsätzlichen Dominanz der Funktionen im Schulunterricht, sondern betrachten die Erkenntnisgewinnung und die Kommunikation als zentrale Funktionen in dialektischer Einheit. „Die Erkenntnis- und die Kommunikationsfunktion der Zeichen sind durch die pragmatische Beziehung  R (Z, M) eng miteinander verbunden, denn die kommunikative Tätigkeit des Menschen und sein Vermögen, die objektive Realität in seinem Bewußtsein abzubilden, sind Elemente eines einheitlichen Prozesses” (13, S. 516). [...]

3.  Präzisierung des Kommunikationsbegriffes für die Kartographie

Wenn auch unsererseits der Begriff „Kommunikation” zur Funktionsbestimmung der Karte benutzt wird, so schließt  dies allerdings nicht gewisse Bedenken gegen eine absolute Verwendung dieses eingebürgerten Begriffes für den obengenannten Zweck aus. Hat der Komunikationsbegriff in der Anwendung auf verschiedene Wissensgebiete auch diffizile Sinnbedeutungen erfahren, so darf doch heute zwischenmenschliche Kommunikation in ihrer grundsätzlichen semantischen Bedeutung nicht nur schlechthin als Übertragung oder Übermittlung von Informationen bzw. Nachrichten, sondern als  Austausch  von Informationen verstanden werden. Austausch schließt aber  wechselseitigen  Informationsstrom zwischen den Kommunikationspartnern und deren gegenseitige Beeinflussung ein (11; 33; 40; 46; 86), das heißt, die Elementarkette „Sender - Kanal - Empfänger” muß auch umkehrbar wirksam sein (informationelle Kopplung und Rückkopplung).
[...]

Die Karte als informationelles Übertragungsmittel im Kopplungsprozeß gemeinsamer Zeichenvorräte durch graphische Signale dient in den meisten Fällen zweifellos aber nur dem einseitigen Informationsfluß. Der Kartennutzer (Empfänger) tritt mit dem Kartengestalter (Sender) nicht in einen unmittelbaren Dialog, wird nicht rückkoppelnd auch zum Sender, so daß im strengen Sinne eine zentrale Funktion der Karte nicht in der Kommunikation, sondern in der einseitig ausgerichteten Informationsübermittlung gesehen werden müßte. [...]
(S. 450)

Allerdings ist der Karteneinsatz im Schulunterricht durch folgende Besonderheit gekennzeichnet: In der direkten linearen Informationskette Kartengestalter (Autor/Kartograph) – Karte – Kartennutzer erfolgt zwar kein wechselseitiger Informationsfluß. Aber im Unterricht findet mit Hilfe der vorgegebenen Karte ein kooperativer bzw. „bidirektionaler” Kommunikationsprozeß statt, nämlich der zwischen Lehrer und Schüler, wobei beide Partner jeweils die Position des Senders oder des Empfängers übernehmen können, anhand der Karte und auch durch verbale Kommunikation Informationen austauschen. Außerdem können sowohl der Lehrer als auch die Schüler im zweiseitigen Informationsprozeß als sendender Kartengestalter fungieren (z.B. durch selbstangefertigte kartographische Skizzen oder durch selbständig bearbeitete Umrißkarten).

Somit gilt für den Schulunterricht neben der Erkenntnisgewinnung auch die Kommunikation eindeutig als eine zentrale Funktion der kartographischen Darstellungsform.

4.  Kartographische Informations- und Kommunikationsketten

(S. 451)

[...]

5.  Struktur der schulkartographischen Kommunikationskette

(S. 452-454)

[...]

 

6.  Gleichrangigkeit von Kartengestaltung und Kartennutzung in der schulkartographischen Kommunikationskette

Karte HarzDie optimale Realisierung des Informationsflusses und der Kommunikation im kartographischen Zeichenverkehr auf der objektsprachlichen Ebene erfordert eine möglichst präzise Einstellung des Kartengestalters auf die  Rezeptionsfähigkeit und die Informationsbedürfnisse des Kartennutzers. Die höchstmögliche Konvergenz der Assoziationen zwischen Sender und Empfänger  sowie  die Verringerung der Quote des Informationsverlustes im interpersonellen Übertragungsprozeß sind nur durch rationelle Formen des gegenseitigen Informationsaustausches auf der metasprachlichen Ebene zu erreichen.

Die Seiten „Input” (Koderseite) und „Output” (Dekoderseite) des großen Kreislaufs der kartographischen Kommunikationskette müssen daher in der Forschung und im praktischen Entwicklungsprozeß gleichwertig behandelt werden. Dies bedeutet, daß Kartengestaltung und Kartennutzung als gleichrangige, wechselseitigeinwirkende Hauptglieder der kartographischen Kommuniationskettte aufzufassen sind, wie es  auch von uns in einem Grundmodell dargestellt wurde (23, S. 361).

R. Ogrissek (59) bemerkte noch im Jahre 1974 diesbezüglich: „Bisher sind zahlreiche Karten unterschiedlcher Themenstellung noch kaum eindeutig auf Benutzerkreis und Zweckbestimmung hinreichend konzeptionell und kartengestalterisch orientiert ... Eine bemerkenswerte Ausnahme bildet die Schulkartographie, die auch Belange des Empfängers (Schülers) berücksichtigt” (S. 44).
(S. 454)

[...]

Heute ist festzustellen, daß gerade durch den Einfluß der Informationstheorie auf die Kartographie den Problemen der allgemeinen und speziellen Kartennutzung sowie der Kooperation der Kommunikationspartner in jüngster Zeit verstärkte Aufmerksamkeit gewidmet wird (23; 61; 70; 81). [...]

Entsprechend dieser internationalen Entwicklungstendenz der Kartographie ist auch das gegenwärtige Hauptziel der kartographischen Forschung in der DDR die Erhöhung der Effektivität der Kartennutzung in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens (61), wobei die Volksbildung eines der größten Anwendungsgebiete repräsentiert. Demzufolge erwächst der Schulkartographie als einer Teildisziplin der Theoretischen Kartographie mit den speziellen Theorien der Kartengestaltung und der Kartennutzung ein besonders breites Arbeitsspektrum.
(S. 455)

[...]

 

Literatur

Abkürzungen:
IJfK – Internationales Jahrbuch für Kartographie
MdÖGG – Mitteilungen der Österreichischen Geographischen Gesellschaft
PGM – Petermanns Geographische Mitteilungen
Vt – Vermessungstechnik
ZfE – Zeitschrift für den Erdkundeunterricht

1 APPELT, G.: Die kartographische Gestaltung aus der Sicht der Informationstheorie. - IJfK 16 (1976), S. 15-24.

2 ARNGERGER, E.: Der Weg der Theoretischen Kartographie  zur  selbständigen Wissenschaft. - Kartogr. Nachr. 25 (1975) 6, S. 232-233.

8 BERLJANT, A. M.: Kartographische Modellierung und Systemanalyse. - Puti rasvitija kartografii. Moskva 1975, S. 98-106.  (russisch)

11 BOLLMANN, J.: Probleme der kartographischen Kommunikation. - Bonn - Bad Godesberg 1977.

13 BREETZ, E.: Erkenntnistheoretische Probleme bei der Arbeit mit geographischen Karten im Schulunterricht. - Wiss. Zt. d. PH Potsdam 16 (1972) 3, S. 513-525.

15 BREETZ, E.: Betrachtungen zur systematischen Entwicklung des Kartenverständnisses im Geographieunterricht unter besonderer Berücksichtigung der Klasse 5. -  ZfE 24 (1972) 7, S. 251-260 (I. Teil), 8/9, S. 340-350 (II. Teil).

17 BREETZ, E.: Zum Kartenverständnis im Heimatkunde- und Geographieunterricht. -  1. Auflage, Berlin 1975.

23 BREETZ, E.: Zur Entwicklung der Schulkartographie in der Deutschen Demokratischen Republik. - Wiss. Zt. d. PH Potsdam 26 (1982) 3, S. 357-375.

28 FREITAG, U.: Semiotik und Kartographie. Über die Anwendung kybernetischer Disziplinen in der theoretischen Kartographie. - Kartogr. Nachr. 21 (1971) 5, S. 171-182.

29 GAEBLER, V.: Semiotik und Gestaltung - ihre Bedeutung für die Kartographie. - Vt 17 (1969) 9, S. 347-349.

32 HAKE, G.: Kartographie und Kommunikation. - Kartogr. Nachr. 23 (1973) 4, S. 137-148.

33 HIEBSCH, H., u. VORWERG, M.: Sozialpsychologie. - Berlin 1980.

36 HÜTTERMANN, A,: Die Karte als geographischer Informationsträger. - Geographie und Schule 1 (1979) 2, S. 4-13.

38 KLAUS, G.: Semiotik und Erkenntnistheorie. - Berlin 1969.

40 KLAUS, G., u. LIEBSCHER, H.: Wörterbuch der Kybernetik. - Berlin 1976.

42 KOEMANN, C.: The principle of communication in cartography. - IJfK  11 (1971),  S. 169-176.

43 KOLATSCHNY, A.: Kartographische Information - ein Grundbegriff und Grundterminus der modernen Kartographie. - IJfK 10 (1970), S. 186-193.

46 LAUX, G.: Lexikon der Kybernetik, Bd. 4. - Berlin 1981.

47 LEHMANN, E.: Die Kartographie als Wissenschaft und Technik. - PGM 96 (1952) 2, S. 73-84.

51 LEHMANN, Er.: Zur Methodenlehre der thematischen Kartographie unter den Aspekten neuer interdisziplinärer Wissenschaften. - Vt 19 (1971) 1, S. 1-6.

59 OGRISSEK, R.: Kartographische Kommunikation und Sprachkommunikation - ein Beitrag zur Theorie der kartographischen Information. - Papier und Druck, Schwerpunktheft Kartographie 23 (1974) 11, S.41-44.

61 OGRISSEK, R.: Entwicklungstendenzen der Kartographie in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts. - Wiss. Zt. d. TU Dresden 28 (1979) 3, S. 700-707.

64 OGRISSEK, R.: Theorie der Kartengestaltung und Theorie der Kartennutzung als Hauptkomponenten eines Systems der Theoretischen Kartographie für Ausbildung und Forschung. - IJfK 21 (1981), S. 133-149.

65 OGRISSEK, R.: Erkenntnistheoretische Grundlagen und Erkenntnisgewinnung in der Kartographie. - Kartogr. Bausteine 3, TU Dresden 1982. (Manuskriptdruck)

70 RATAJSKI, L .: Commission V of  I.C.A.: The Tasks - Its Faces. - IJfK 14(1974), S. 140-144.

72 RESNIKOW, L.O.: Erkenntnistheoretische Fragen der Semiotik. - Berlin1968.

73 ROBINSON, A.H., u. BARTZ-PETCHNIK, B.: The map as a Communicationsystem. - Cartographic Journal 12 (1975) 1, S. 7-15.

75 SALISTSCHEW, K.A.: Über die kartographische Methode der Erkenntnis - Analyse einiger Auffassungen über die Kartographie.- Moskauer Universitätsnachrichten, Reihe Geographie 30 (1975) 1, S. 3-10. (russisch)

77 SALISTSCHEW, K.A.: Die kartographische Kommunikation und ihr Platz in der Wissenschaftstheorie. - Moskauer Universitätsnachrichten, Reihe Geographie 33 (1978) 3, S. 10-15. (russsisch)

81 TÖPFER, F.:Zur Bedeutung der Karte als Informationsspeicher. - Wiss. Zt. d. TU Dresden 19 (1970) 1, S. 157-159.

83 TÖPFER; F.: Die Kartennutzung. - Vt 20 (1972) 10, S. 376-378 u. 11, S.435-437.

86 WITT, W.: Theoretische Kartographie - ein Beitrag zur Systematik. - Beiträge zur Theoretischen Kartographie. Wien 1970.

87 WITT, W.: Lexikon der Kartographie. - Wien 1979.

(S. 456-458; Titelauswahl)

Wenn auch die damaligen Studien schulkartografische Printmedien  im Blickfeld hatten, so sind ihre Ergebnisse prinzipiell  auch für heutige digitale Aktivitäten in der Schulkartografie relevant. So werden zukünftig auch viele Kartografen - wie es in der jüngeren Vergangenheit u.a. von G. Hake (1973), E. Lehmann (1990), F. Mayer (1992) und R. Ogrissek (1987) betont wurde - in Theorie und Praxis an der Schulkartografie nicht vorbeigehen können.

Die Schulkartografie wird zukünftig vermutlich wieder und forciert  geografisch akzentuiert werden. „Die [...] Zukunftsvisionen zeigen, dass der Geobezug im Vergleich zu der Zeit von vor vielleicht zehn Jahren im täglichen Leben heutzutage sehr stark an Bedeutung gewonnen hat und dass  diese Bedeutung sicherlich noch ansteigen wird. Wie weit aber ist dieser Geobezug in das Bewusstsein der Menschen vorgedrungen? [...]

Leider muß hier festgestellt werden, dass ein neues ‚Geobewußtsein’ trotz aller Geokommunikation nicht richtig ausgemacht werden kann. [...] Sind die Ursachen für das fehlende Bewußtsein schon in der rückläufigen schulischen 'Geo'-Ausbildung zu suchen und müßte hier angesetzt werden, etwa mit intensiveren Lehreinheiten in der Geographie? [...]” (Möller 2006, S. 242).

Literatur

MÖLLER, M.: Die „Geo”-Komponente in der Informationsgesellschaft - auf dem Weg zur Geo-Kommunikation? In: Kartogr. Nachr., H. 5/2006, S. 239-242.

 

1. Abbildung: Kartenausschnitt aus HEIMATATLAS "Mecklenburg-Vorpommern", S.12/13 "Mecklenburg-Vorpommern" (1:750 000). Verlag Cornelsen/Volk und Wissen, Berlin 2009 - 4. Auflage, 1.Druck. (Atlaskonzeption: E.Breetz).

2. Abbildung: dto., S. 20/21 " Regionalkarte: Östliches Mecklenburg-Vorpommern" (1:300 000). dto..

3. Abbildung: Schülerhandkarte "Kreis Sonneberg" (1:100 000). VEB H. Haack, Gotha 1982. (PTA: E.Breetz).

4. Abbildung: Karte aus "ATLAS für die 4. und 5. Klasse", S. !5 "Harz" (1:500 000). VEB H. Haack, Gotha 1988 - 4. Aufl. d. Neubearb.. (Konzeptionelle Atlasmitarbeit: E.Breetz).